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NIX J-game: DOOM³


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#1 Akahito

Akahito

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Geschrieben 24. December 2008 - 01:23



GESICHTE:
Im Jahr 1993 erschien ein Computerspiel, das sofort Scharen begeisterter Anhänger fand und zugleich, nach einer kurzen Lähmungszeit, die Jugendschützer auf den Plan rief. Die Rede ist natürlich von „DOOM“, dem Spiel, das die Ära der Ego-Shooter einleitete, und damit ein neues Genre schuf.

Heutzutage hat „DOOM“ längst Kultstatus erreicht und viele erwachsen gewordene Gamer von damals erinnern sich mit leuchtenden Augen. Ein jeder hat seine persönlichen Erinnerungen an das Spiel und kann mit einer Anekdote dazu aufwarten.

Die Spielecompany von Id Software aus Texas wurden über Nacht berühmt. John Carmack wurde von vielen als so etwas ähnliches wie ein Programmier-Gott gehalten und John Romero, der langhaarige Mitbegründer von Id Software, für den genialsten Leveldesigner aller Zeiten. Nahezu 13 Jahre später existiert Id Software immer noch, hat mit den Spiele-Franchises „QUAKE“ und „DOOM“ Computer-Entertainment-Geschichte geschrieben und legte zuletzt im August vergangenen Jahres „DOOM 3“ vor, ein Spiel, das wiederum einen Quantensprung in der Game-Technik darstellt, ein Meilenstein der Programmierkunst von John Carmack.

Neben einem Buch über die Softwareschmiede, betitelt “Masters Of Doom”, ist auch ein Brettspiel zu dem berühmten Egoshooter erschienen, erdacht von Kevin Wilson. Die Spiele-Firma „Fantasy Flight Games“ hat das Konzept unter ihre Fittiche genommen.

Für alle Fans des Doom-Franchises ist das Brettspiel natürlich eine große Versuchung. Dementsprechend hoch waren meine Erwartungen, als ich es zum ersten Mal in den Händen hielt und – ohne zuviel verraten zu wollen – ich wurde nicht enttäuscht. Doch betrachten wir zunächst das Design des Brettspiels „DOOM“.


DOOM³ Game Story:
Die “Union Aerospace Corporation”, kurz UAC betreibt auf dem Mars Forschungen an Portalen, die den Weg in andere Dimensionen freimachen können. Dabei geht etwas fürchterlich schief und ein Portal zur Hölle öffnet sich.

Heraus stürmt eine Armada von Dämonen, welche die Forscher töten und das gesamte Marsstationspersonal ausradieren. Die zur Hilfe herbeigerufenen Marines finden lediglich Überreste vor. Es liegt nun an ihnen, die Welt vor den Dämonen zu retten.


Das Boardgame:
Die Ausstattung des Brettspiels orientiert sich sehr stark am Design des neuesten Titels von Id Software „DOOM 3“. Scott Nicely ist für die Grafiken zuständig, welche unter anderem das bekannte Monster „Hellknight“ und den namenlosen Marine zeigen. Aber auch die anderen Monster, wie der „Archville“, „Cyberdemon“, „Mancubus“, „Trite“, „Demon“, „Zombie“ und „Imp“ wurden aus dem PC-Game übernommen. Ebenfalls das Design der im Handbuch abgebildeten Waffen.

Das Brett an sich besteht aus aneinanderfügbaren Platten, die Bodenfliesen der Gänge der Marsstation darstellen sollen. Konsequenterweise wurden das vom Spiel her bekannte Waffen- und Ausrüstungsdesign auch auf den Spielerkarten übernommen.

Auch die beigelegten Monster- und Marinesfiguren sind in diesem Designstil gehalten, so dass alles wie aus einem Guss wirkt. Gelungen!

Die Figuren der Monster sind groß, manchmal sogar zweiteilig. An der Qualität der Plastikfiguren kann man nicht mäkeln. Auch bei der Qualität der Spielkarten und der Bodenkarten wurde auf beste Verarbeitung geachtet.

Vom Design ausgehend sei für all diejenigen, welche das Original-PC-Game nicht kennen, kurz noch die Story umrissen:


Spielregeln & co.:
Das Spiel „DOOM“ ist von den Regeln her recht einfach zu verstehen, hat mich sich durch das kurzweilige Handbuch gelesen.

Als erstes sollte man sich für eine Episode entscheiden, die man spielen möchte. Die Episode gibt u.a. vor, wie das Spielbrett auszusehen hat, das nach und nach entsteht.

Dann geht es ins Spiel selbst. Am besten ist es, wenn alle Spieler das Game kennen, denn dann sind ihnen die Inhalte selbstverständlich bekannt und die Regeln gehen schnell in Fleisch und Blut über. Wer das PC-Spiel „DOOM“ nicht kennt, wird ein wenig brauchen, um sich in die Atmosphäre einzuklinken, aber die Mühe lohnt sich allemal, wird man doch mit einem spannenden Spielverlauf belohnt. Wesentlich zur Atmosphäre trägt bei, dass jeder Raum eine Beschreibung im Handbuch erhält. Möchte man ähnlich wie im Rollenspiel vorgehen, liest derjenige Spieler, der die Monster unter seiner Kontrolle hat, die Atmosphärenbeschreibungen vor. Damit erhält „DOOM“ noch mehr Rollenspielcharakter und man wird förmlich hineingesogen. Es bleibt zu wünschen, dass der Monster-Spieler am besten vorher die Texte aus dem Englischen übersetzt, damit er flüssig vorlesen kann und die Zuhörer nicht durch einen stockenden Vortrag aus der Atmosphäre fallen.



Spielspaß:

Es ist eine Heidengaudi durch die Gänge der Marsstation zu rennen, immer auf der Suche nach den Dämonen. Im Gegenzug Marines zu jagen, sich ihnen mittels Eintrittspunkte in den Rücken zu teleportieren treibt die Schadenfreude hoch.

„DOOM“ das Brettspiel ist ähnlich wie das Game ein recht simples, aber dennoch nicht dumbes Vergnügen. Taktisches Vorgehen ist nämlich für die Marines Pflicht, sonst wird man schnell von den Monsterhorden überrannt.

Der geschickte Einsatz von Waffen und Ausrüstung wird vorausgesetzt. Ohne dies entscheidet das Glück über Sieg oder Niederlage der Marines. Der Monster-Spieler hingegen muss seine verschiedenen Kreaturen geschickt einsetzen. Nur dann hat er eine Chance gegen die Marines und seine Wesen sind kein Kanonenfutter.

Je öfter man das Spiel „DOOM“ zur Hand nimmt, desto vertrauter mit den Regeln wird man, klar. Aber nicht nur das. Auch der Spielverlauf gewinnt an Rasanz. Damit nicht das Szenario langweilig wird, hat sich Kevin Wilson verschiedene Features im Regelwerk einfallen lassen. Doch nicht nur das – auch verschiedene Szenarien stehen zur Auswahl. Dabei sind die Titel den Originalspielen entliehen, stellen aber keine Wiedergabe der PC-Gamlevel dar, sondern sind Neukreationen.

Als empfohlene Altersgruppe würde ich ab 14 wählen, da der Inhalt des Spieles doch ein gewisses Verständnis für den Unterschied zwischen Realität und Fiktion voraussetzt. Die ideale Anzahl von Spielern ist meines Erachtens nach drei – zwei Marines, ein Monster-Master. Die beiden Marines können sich besser und schneller absprechen, als wenn noch ein dritter mitmischt, wobei dies dann für den Monster-Master-Spieler die Chancen natürlich erhöht, da oftmals Uneinigkeit über das weitere Vorgehen herrscht.




So, wer kennt das Game oder hat es sogar zuhause?
Arme hoch und freiwilige vorträten... :D



„Wir lernen aus Erfahrung,
dass die Menschen nichts aus Erfahrung lernen.“

„Es ist das alltägliche
Gesetz des Menschen, daß der Mensch immer nach Blut dürstet und deshalb alle
friedlichen Geschöpfe rings um sich her vernichtet.“