Animeboard Austria: The Guardians - Animeboard Austria

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The Guardians

#1 Mitglied ist offline   reverie 

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Geschrieben 05 June 2012 - 20:29

So: Hier eine neue Geschichte - bin neugierig, ob sie jemanden interessiert bzw gefällt. Ich hab eine ähnliche Story schon einmal in einem anderen Forum gepostet. Allerdings habe ich sie jetzt komplett überarbeitet ... Würde mich über Kritiken freuen.




One

Samara hasste die Dunkelheit. Diese Einstellung mag kindisch erscheinen, aber vermutlich lag es daran, dass sie oft etwas Böses damit in Verbindung brachte. Es war ungewöhnlich kühl, obwohl der Sommer tagsüber immer Höchstemperaturen brachte. Das Mädchen spürte ein paar Regentropfen auf ihren Armen und je mehr sie sich nach vor wagte, desto kälter wurde es. Sie begann zu frösteln, hatte aber keine Weste mit, die sie sich überziehen konnte. Ihr war schleierhaft, wie sie in diese Seitengasse gekommen war. Mit langsamen Schritten kam sie der Hauptstraße immer näher. Sie sah flackernde Lichter näherkommen und fragte sich, was sie gleich zu sehen bekommen würde.
Es gefiel der 19jährigen nicht: Ihr rechter Fuß hatte gerade den Bürgersteig betreten und sie hatte das Gefühl, dass sich ihr der Magen umdrehte. Es lag nicht in ihrer Natur, schnell verängstigt zu sein. Sie sah nicht viel, doch das was sich vor ihren Augen zeigte, war grauenvoll. Um sie herum vernahm sie plötzlich laute, schrille Schreie, doch konnte sie nicht orten, woher die Stimmen kamen. Panisch begann sie mit Blicken nach Lebenden zu suchen.
Ein gigantischer Schatten legte sich über sie und zwang sie in die Knie ...

Schweißgebadet richtete sich die Studentin auf. Sie blinzelte ein paar Mal, ehe sie das Läuten des Weckers vernahm und ihre Hand ausstreckte, um das Gerät zum Schweigen zu bringen. Müde vergrub sie das Gesicht in ihren Händen und sagte sich, dass es nur ein Traum gewesen war.
Kaffee war für sie die beste Methode richtig wach zu werden und auf andere Gedanken zu kommen. Nachdem Sam sich langsam aus dem Bett in die Küche bewegt hatte, bereitete sie sich unter anderem ein leckeres Frühstück zu. Sie warf einen prüfenden Blick auf den Anrufbeantworter und seufzte, als die rote Zahl 5 darauf zu sehen war. Sie hatte am Vorabend vollkommen auf ihre Verabredung vergessen. Wage erinnerte sich die brünette Amerikanerin, dass sie sich nur kurz einige Lektüren durchlesen wollte - und dabei eingeschlafen war.
Nachdem sie ihren Kaffee ausgetrunken und ihre Pancakes verspeist hatte, versuchte sie durch eine heiße Dusche wieder auf den Boden der Realität zu kommen.
Es war ein sonniger Mittwochmorgen und voll Verwunderung stellte Sam fest, dass sie heute nicht zu spät kommen würde. Nachdem sie sich angezogen hatte (sie entschied sich für eine gemütliche Jean und ein ärmelloses, zartrosa Top) traf sie sich wie jeden Morgen mit ihren Freunden in der Cafebar ihres großen Bruders Brian. Auf dem Weg dorthin versuchte sie Jay auf dem Handy zu erreichen, doch er hob nicht ab - vermutlich, weil er gerade hinter dem Steuer saß.
Samara hatte stets die öffentlichen Verkehrsmittel bevorzugt. Sie war der Meinung, dass man in einer Großstadt wie New York kein Auto benötigte.

Bis auf Trish hatten sich bereits alle an einem Tisch versammelt. Will hatte sich wie üblich ausgebreitet und die Speisekarte verlangt, während Daphnee munter den Rest der Bande zuquasselte. Die Cafebar war ein gemütliches, kleines Ambiente, mit einer kleinen Tanzfläche in der Mitte des Lokals. Durch die großen Fensterläden konnten allerdings Passanten neugierig hineingaffen, was Samara nicht gerade gefiel. In den Morgenstunden war das "Seven to Seven" nie gut besucht. Meist füllte sich die Bar in den späten Nachmittagsstunden mit Studenten und anderen Leuten ihres Alters.
Das zierliche Mädchen begrüßte ihre Freunde mit einem strahlenden Lächeln und einem freundichen "Hallo!" und nahm neben Minako, einer Japanerin Platz. "Na, gut geschlafen?" wollte sie sogleich wissen. Auf diese Frage hin starrte sie der Rest sofort an. Samara hasste es. Sie war so durchschaubar, dass jeder ihrer Freunde ihr sofort an der Nasenspitze ansah, wenn etwas nicht stimmte. "Hm ..." machte sie nur und bestellte bei einem Kellner eine heiße Schokoade. "Wieder eine Vision?" hackte der blonde Jay nach. Zu ihrer Überraschung hatte er seine Freundin noch nicht wegen des verpatzten Dates angesprochen. "Es war keine Vision." korrigierte Sam und rutschte unruhig auf ihrem Sitz hin und her.
"Oh, verzeih." antwortete Jay bockig und nahm einen Schluck von seinem Kaffee. Shawn, Trishs Zwillingsbruder, gab ihn einen mahnenden Schlag mit dem Ellbogen in Jays Rippen. "Schon okay. Also. Ein Alptraum?" verbesserte sich Jay. "Dunkelheit, Kälte, tote Menschen und ..." "Könnten ihr bitte die Klappe halten?!" bat Samara etwas lauter als gewollt. Sie war aufgestanden und alle Blicke noch immer auf sie gerichtet. "Entschuldigt."
"Hey!" rief Trish, als sie hereinkam und sich zu den anderen gesellte. "Hab ich was verpasst?" fragte sie vergnügt. Dann sah sie Sams Miene. "Erzähl." sagte die junge Autorin und verschränkte wartend die Arme.
"Ich ... es war eben wie immer. Nur, dass ich jetzt ein Gesicht zu ihm ... ihr ... es habe." erklärte Sam mit ruhiger Stimme. "Also eine Vision." schlussfolgerte Will mit vollgestopften Mund. "Hast du keine Manieren?" fragte Alison genervt und verdrehte die Augen. "Morgens nicht." Trish überhörte Wills Kommentar und legte den Zeigefinger ans Kinn - so wie sie es immer tat, wenn sie etwas wusste. "Hat mein Traum also doch eine Bedeutung..." ahnte Sam. "Sammy, du quälst dich damit schon ein paar Wochen. Wer weiß, ob es überhaupt eintritt. Normalerweise bekommst du deine Visionen erst kurz bevor etwas wirklich geschieht." versuchte Derek Sam zu beruhigen. "ODER!" Dahnee war hastig aufgestanden und hatte ihre Hände in die Hüften gestemmt. "Oder ... es handelt sich eher um eine Warnung." "Wie meinst du das?" "Naja, dass es eintreten KANN, wenn wir etwas Gewisses nicht tun oder unvorsichtig sind." "Du redest schon wieder Bullshit." fand Trish. "Das Wesen sah aus wie ... naja, Arron. Nur war es nicht Arron." "Absolut logisch." antwortete Trish sarkstisch. "Nein, im Ernst. Das ist das, was ich gesehen habe. Und ..." "Und?" fragte die Gruppe im Chor. "Es war nicht nur einer." "Tausend Arrons? Wow, mir vergeht der Apetit." murmelte Evan und schob seinen Teller weg. "Ich finde das nicht witzig!" ermahnte Sam. "Wir auch nicht ... Aber. Sollten wir da nicht schön langsam genauer nachforschen?" fand Minako. "Nein. Es ist ein Alptraum. Es ist ... nur ein Traum. Wie Trish schon gesagt hat: Wenn es eine Vision wäre, dann hätte ich sie einmal und kurz bevor etwas auch wirklich eintritt." "Also, eigentlich war das nur so gesagt. Ich hab davon keinen Schimmer ..." "EGAL! Ich ... ich muss los. Bis dann!" verabschiedete sich Sam und ließ eine verwirrte Clique zurück.

Nach einigen Schweigeminuten stand Will auf und klatschte in die Hände. "Wer hat Lust auf Nachschub!" Trish sah ihn verachtend an. "Sag mal hast du sie nicht alle?" "Was denn?" fragte Will verwirrt und setzte sich wieder. "Sam war total aufgewühlt. Sie verschweigt uns was." erklärte die junge Frau. "Du bist die, die Gedanken lesen kann." rief Shawn in Erinnerung. "Ich denke, jeder von uns sollte die Beine in die Hand nehmen und sich schlau machen." war Daphnee der Meinung und ihr Blick wanderte zu Trish: "Du kümmerst dich um die Unterweltler." "Warum ich?" "Weil DU einen guten Draht zu ihnen hast." sagte die Blondine rechthaberisch und heimste von Trish genervte Blicke ein. "Ich kann heute nicht. Ich muss Hundesitten." entschuldigte sich Alison und sah Will an. Sein "Vollmondproblem", wie er es nannte, hatte sich noch nicht gelöst, obwohl er und Alison seit Jahren fiebrig nach einer Art Gegenmittel suchten. Will verwandelte sich zu Vollmondnächten noch immer in ein haariges, wildes Tier, dass unkontrolliert wütete, wenn Alison ihn nicht in einer Kammer, die von einem Kraftfeld umgeben war, gefangenhielt.
Daphnee fand, dass ihre Freunde ein komischer Trupp war. Da gab es Jay, dessen Vater ein Dämon war, der inzwischen den Folgen eines Fluch gestorben war, Minako, die die Macht hatte, die Zeit zu beherrschen. Evan, von dem niemand wusste, ob er Mensch oder magisches Wesen war, Samara, die Schwester eines berüchtigten Erzengels, Alison, eine ausgebildete Dämonenjägerin - bereits ihre Eltern hatten sich einer Gruppe von Kopfgeldjägern angeschlossen. Dann gab es noch Derek, den Erdgott, Shawn, der Blitz und Donner beherrschte. Und Daphnee? Von Dämonen wurde sie als Hexe "beschimpft". Die junge Frau dachte an Trish, die sich in eine heiße Disskusion mit Shawn verstrickt hatte. Obwohl sie und Shawn Zwillinge waren, waren sie grundauf verschieden. Im Gegensatz zu Jay war Trish eine vollwertige Dämonin. Und das gesamte Team wunderte sich noch immer, warum sie sich ihnen angeschlossen hatte. Trotz aller Schwierigkeiten.

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